Räuchermischungen 2016 – Aktuelle Gesetzeslage in Europa

Synthetische Cannabinoide sind eine Form von Drogen, welche schwer zu überwachen sind. Das Problem liegt darin, dass die Zusammensetzung immer wieder abgeändert wird, sodass ein Verbot bei der derzeitigen Rechtsgrundlage schwer durchzuführen ist.

Kräutermischungen rauchen

Erstmal Aufmerksamkeit erregten die sogenannten Legal Highs, die als ungefährliche Kräutermischungen oder Badesalze getarnt sind, im Jahr 2008. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zahl der Cannabinoide noch zu überschauen. Doch nach und nach wurden immer mehr Kräutermischungen analysiert und weitere entdeckt. 2014 waren schon mehr als 130 synthetische Cannabinoide erfasst worden, wo es 2009 gerade einmal 9 waren.

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Die als Kräutermischungen getarnten Legal Highs können aufgrund der problematischen Rechtsgrundlage legal in Räucher- und Kräutermischungen Shops online bestellt werden. Dort sind die Räuchermischungen original 24 Stunden verfügbar und können nach Hause geliefert werden. Von den Konsumenten werden diese dann geraucht, geschnupft oder anderweitig eingenommen.

Der Großteil der Legal Highs wird in China hergestellt und über verschlungene Vertriebswege über Belgien und die Niederland auch bis nach Deutschland gebracht. Oftmals entdecken die Beamten beim Zoll oder von der Polizei kleine und größere Mengen der Produkte.

Kräuter- und Räuchermischungen Shop

Die Jagd nach den Legal Highs gestaltet sich als schwer, da die Chemiker der Zusammensetzungen immer wieder neue Substanzen entwickeln. Dabei nutzen sie die aktuelle Berufung auf das Betäubungsmittelgesetz aus, welches nur die Substanzen verbietet, die dort ausdrücklich genannt werden und schon ermittelt wurden. Mit einem Verbot einer Substanz geht ein aufwendiges Prüfverfahren einher, was die Händler sich zu nutzen machen. Dadurch entsteht ein ewiger Kreislauf zwischen Ermittlungen gegen die Legal Highs, Tests sowie endgültigen Verboten.

Von dieser Problematik sind die meisten europäischen Länder betroffen. Doch Großbritannien hat seit dem 26. Mai 2016 ein Generalverbot gegen die Legal Highs ausgesprochen. Dadurch wird sowohl die Herstellung als auch der Verkauf der psychoaktiven Substanzen verboten. Auch in Deutschland versucht man zurzeit ein Verbot durchzusetzen. Hierbei sollen ganze Stoffgruppen verboten werden können, um der Problematik mit immer wieder neuen Zusammensetzung der Legal Highs entgegenzuwirken. So soll zumindest einmal der offene Verkauf der potenziell gefährlichen Produkte gestoppt werden. Bisher sind die als Kräuter- und Räuchermischungen getarnten Legal Highs legal in Räuchermischungen legal Shops erhältlich.

Europäischer Drogenbericht

Ende Mai wurde von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in Lissabon der Europäische Drogenbericht vorgestellt. Dabei lag das Hauptmerk auch auf die ständig auftretenden neuen psychoaktiven Substanzen. Im Zuge dessen wurde sich besorgt über die zunehmenden Todesfälle in einigen Ländern geäußert. Die Anzahl der neuen psychoaktiven Stoffe, sowie auch deren Art und Verfügbarkeit habe weiter zugenommen. Die synthetischen Cannabinoide stehen dabei ganz oben auf der Liste immer wieder neu gemeldeter Substanzen. Der Gesetzesentwurf für das Verbot der Legal Highs soll bis Ende 2016 in Kraft treten.